Gemeinsam mit weiteren LEADER-Akteuren aus Brandenburg waren wir am 30. September und 1. Oktober in Brüssel, um uns für eine starke Zukunft von LEADER über 2027 hinaus einzusetzen.
Im Gespräch zur Zukunft der LEADER-Förderung ab 2028 haben wir die Interessen der ländlichen Regionen in die Diskussion um den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für 2028 bis 2034 eingebracht. Denn die Fortführung von LEADER ist angesichts der laufenden Verhandlungen derzeit nicht gesichert.
LEADER ist weit mehr als ein Förderprogramm: Es ermöglicht Menschen vor Ort, ihre ländlichen Räume aktiv mitzugestalten – in Dörfern, Vereinen und Unternehmen. Allein zwischen 2014 und 2022 konnten die 14 Brandenburger LAGn rund 350 Mio. Euro EU-Mittel für etwa 2.500 Projekte mobilisieren.
In Gesprächen mit Vertretenden des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und weiteren Akteuren haben wir deshalb für die Bedeutung von LEADER und verlässliche Förderstrukturen geworben.
Ein wichtiges Anliegen war dabei die Übergabe der Brandenburger Erklärung an Vertreterinnen der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments und der deutschen Vertretung bei der EU. Sie enthält konkrete Erwartungen und Forderungen zur zukünftigen Ausgestaltung der LEADER-Förderung.
Die vier Hauptforderungen zusammengefasst sind folgende:
- LEADER als gebietsbezogenen Ansatz im „Regionalen Kapitel“ des NRPP verorten und nicht im GAP-Sektorkapitel auf einzelne Berufs- oder Bevölkerungsgruppen einengen; Die Handlungsfähigkeit von lokalen Akteuren muss im Mittelpunkt stehen.
- Das begrüßte „Rural Target“ um eine EU-weite Mindestquote für den ländlichen Raum/ LEADER ergänzen. Wir schließen uns hier Vertretern des Europaparlamentes an und fordern 30% des NRPP für den ländlichen Raum.
- Den EU-Beteiligungssatz von 80 % für LEADER beibehalten, damit auch finanzschwache Kommunen und andere Akteure von LEADER profitieren können. Im Gespräch wurde deutlich, dass LEADER das einzige Gestaltungsinstrument für viele Akteure im ländlichen Raum Brandenburgs ist.
- Die geltenden Regeln der Dachverordnung zum Bottom-up-Prinzip beibehalten, um die intensive Beteiligung vor Ort als Erfolg von Europa sichtbar zu machen.
Der Austausch in Brüssel hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Interessen der ländlichen Regionen gemeinsam auf Landes- und Bundesebene für die Forderungen stark zu machen, sowie sie auf europäischer Ebene zu vertreten.
Ein lebendiger und zukunftsfähiger ländlicher Raum braucht auch nach 2028 verlässliche finanzielle Unterstützung!